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Berlin – Zehntausende Haushalte ohne Strom nach Brandanschlag

Berlin – Zehntausende Haushalte ohne Strom nach Brandanschlag

03.01.2026 | 18:01

Redaktion Polizeiticker Deutschland

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Berlin – Zehntausende Haushalte ohne Strom nach Brandanschlag

(Bildquelle: ollis_picture (CC0) - (Symbolbild))

Nach einem mutmaßlichen Brandanschlag an einer Kabelbrücke über dem Teltowkanal ist es am 03.01.2026 zu einem großflächigen Stromausfall im Berliner Südwesten gekommen. Rund 45.000 Haushalte sowie mehr als 2.000 Gewerbebetriebe sind betroffen. Die Ermittlungen führt das Landeskriminalamt.

Am Samstagmorgen, 03.01.2026, kam es gegen 06:00 Uhr zu einem großflächigen Stromausfall im Berliner Südwesten.
Ursache ist nach bisherigen Erkenntnissen ein Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal nahe des Kraftwerks Lichterfelde. Dabei wurden mehrere Stromkabel beschädigt, die für die Versorgung großer Teile der Bezirke Steglitz-Zehlendorf zuständig sind.
Nach aktuellen Angaben sind rund 45.400 Haushalte sowie etwa 2.200 Gewerbekunden in den Ortsteilen Lichterfelde, Zehlendorf, Nikolassee und Wannsee ohne Strom. In vielen Bereichen fielen zudem Telefon, Mobilfunk, Heizungen und Fernwärme aus.
Auch mehrere Krankenhäuser, Pflegeheime und soziale Einrichtungen sind betroffen. Die Feuerwehr hat bereits Bewohner und Patienten aus mindestens zwei Pflegeeinrichtungen in andere Häuser verlegt.
Berlin – Zehntausende Haushalte ohne Strom nach Brandanschlag

Karte der betroffenen Gebiete in Berlin. (Bildquelle: Stromnetz Berlin)

Die Berliner Feuerwehr wurde gegen 06:12 Uhr zu dem Brand alarmiert, nachdem ein Zeuge Flammen bemerkt und den Notruf gewählt hatte. Nach Medieninformationen brannte zunächst ein Baucontainer, von dem aus sich das Feuer auf die Kabeltrassen ausbreitete. Der Brand konnte zwar zügig gelöscht werden, die Folgen für die Stromversorgung sind jedoch erheblich.
Das Landeskriminalamt Berlin ermittelt wegen des Verdachts der Brandstiftung. Kriminaltechniker sichern am Tatort und entlang eines Uferwegs Spuren, darunter auch Fußabdrücke im Schnee. Der Bereich um die Kabelbrücke wurde weiträumig abgesperrt.
Ermittler gehen von einem gezielten Anschlag aus und schließen nicht aus, dass die Täter über Insiderwissen verfügten, um einen möglichst großen Schaden zu verursachen. Auch ein mögliches Bekennerschreiben wird geprüft.
Berlin – Zehntausende Haushalte ohne Strom nach Brandanschlag

Die Polizei konnte erste Spuren im Schnee sichern, die möglicherweise zum Täter führen. (Bildquelle: Polizei Berlin)

Nach Angaben des Netzbetreibers Stromnetz Berlin gestaltet sich die Reparatur äußerst aufwendig. Die Wiederversorgung erfolgt schrittweise.
Für Teile von Berlin-Lichterfelde könnte die Stromversorgung bereits am späten Abend des 03.01.2026 wiederhergestellt werden. Für den Großteil der betroffenen Haushalte und Betriebe wird jedoch derzeit mit einer Dauer des Stromausfalls bis Donnerstag, 08.01.2026, gerechnet.
Mehr als 350 Einsatzkräfte der Feuerwehr, zusätzlich das Technische Hilfswerk sowie weitere Hilfsorganisationen sind im Dauereinsatz. Sie befreien unter anderem Menschen aus steckengebliebenen Aufzügen, stellen Notstrom sicher und unterstützen bei Evakuierungen.
Der Bezirk richtet Notunterkünfte und beheizte Anlaufstellen ein, unter anderem in Sporthallen. Erste Anlaufpunkte wurden unter anderem am Rathaus Wannsee, am Mexikoplatz sowie an der Carl-Schumann-Sportanlage eingerichtet.
Die Polizei ist mit rund 300 zusätzlichen Kräften im betroffenen Gebiet im Einsatz, verstärkt Streifenfahrten und leuchtet nachts bestimmte Bereiche aus. Die Feuerwehr bittet die Bevölkerung, den Notruf nur bei akuten Notfällen zu nutzen, auf hilfebedürftige Nachbarn zu achten und gasbetriebene Heizgeräte nicht in Innenräumen zu verwenden.
Wer kann, wird gebeten, vorübergehend bei Freunden oder Verwandten außerhalb des betroffenen Gebiets unterzukommen.

Zeugenaufruf

Hinweise zu verdächtigen Beobachtungen, insbesondere im Bereich der Bremer Straße in Berlin-Lichterfelde oder rund um die Kabelbrücke am Teltowkanal, nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 030 4664-952101 entgegen.

Quelle der Polizeinachricht: Polizei Berlin / Landeskriminalamt Berlin / Stromnetz Berlin

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